Erste Niederlage - Es fehlte die letzte Konsequenz!

Mit dem CVJM Riehen gastierte ein unangenehmer Gegner in der heimischen Sporthalle Frenkenbündten. Die Duelle der Vergangenheit waren meist knapp und bis zur Schlusssirene hartumkämpft.
Riehen wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen, weil den Basel-Städtern der Saisonauftautakt bisher nicht nach Wunsch gelungen ist. Liestal stellte den Siegeswille ebenfalls in den Vordergrund und die die Truppe um Headcoach Marko Simic wollte den fünften Sieg in Folge feiern.
Aufgrund einer soliden Leistung von Riehen wurde Liestal der angestrebte Erfolg verwehrt. Die Gäste gewannen mit 53:67, mussten im letzten Viertel aber aufgrund eines grandiosen Comebacks der Liestaler nochmals zittern.

Liestal wusste, dass es gegen den CVJM Riehen die Aussenpositionen abdecken musste. Trotz aller Vorwarnungen wurde dies über weite Strecken des Spiels nicht gemacht. Bereits im ersten Viertel konnten die Riehen-Spieler Saif Al-Rubai und Phil von Rohr ihre ersten Duftmarken setzen. Liestal wusste ebenfalls, dass es unter dem Korb etwas physischer als sonst zu- und hergehen würde. Dies war auch zu spüren. Trotzdem gelang es Liestal die wichtigen Rebounds zu sichern. Riehen zog dennoch schleichend davon und konnte immer wieder mit Setplay-Varianten auftrumpfen. Die Liestaler mussten umso wacher verteidigen, weil sie mit sogenannten Backscreens (nicht im Sichtfeld)konfrontiert wurden. Das erste Viertel verlor Liestal mit 14:25, was man mit allen Mitteln hätte verhindern müssen.  Diese Punkte fehlten während der Aufholjagd, die viel später in der Partie erfolgte. Die Punkte, die Riehen in der ersten Hälfte meist noch in extremis (nach Ablauf der Shotclock oder zu Viertelsende) erzielte, taten besonders weh und waren ärgerlich fürs Gemüt. Im zweiten Viertel agierte Liestal mit mehr Selbstvertrauen. Schwung ins Spiel brachte die Einwechslung der beiden Dietrich-Brüder, die mehr Druck in der Defense entwickeln konnten. Riehen musste mehr um ihre Punkte kämpfen und die Liestaler gewannen das Viertel mit 13:12. Marko Simic sprach seinen Mannen in der Hälfte Mut zu und zeigte Wege auf, wie der 10-Punkte-Rückstand wettgemacht werden könnte. Liestal startete motiviert und die ersten zwei Minuten zwangen die Gäste zu einem Timeout. Liestal hätte den Anschluss in dieser Phase realisieren müssen, scheiterte aber sage und schreibe 3x nacheinander an einem einfachen Korbleger. 
Bis zu diesem Zeitpunkt war es allen voran Marco Mangold der als Distanzschütze Liestal im Spiel hielt. Hinzu kamen aber auch gute Auftritte von Nick Hirt und Gavin Garrett, die beide gute Wurfquoten vorweisen konnten. Was im Spiel von Liestal fehlte war aber die letzte Konsequenz unter dem Korb. Kaltofen reboundete hervorragend, was gegen Riehen das A und O ist, aber bei den Abschlüssen haperte es dieses Mal. Kaltofen war trotzdem ein enorm wichtiger Wert im Spiel, das illustriert auch die Statistik.  Aber zurück zum dritten Viertel: Riehen gelang es nach dem Timeout die Partie dank den Punkten von Phil von Rohr wieder zu stabilisieren. Bei 54:37 nach drei gespielten Abschnitten hatte Liestal nichts mehr zu verlieren. Dies unterstrich auch nochmals Cheftrainer Marko Simic. Er forderte noch mehr Aggressivität in der Defense und verlangte mehr Mut im Spiel. Liestal spielte plötzlich wie verwandelt, während Riehen beinahe noch das Heft aus den Händen gab. Der Liestaler Druck führte dazu, dass man ein ums andere Mal auf den Korb stürmen konnte. Der Mix stimmte. Mit schnellen Gegenstössen, aber auch Aktionen aus der Distanz kam man bis auf 4 Punkte wieder ran. Gästetrainer Jonathan Lee musste reagieren und war nicht einverstanden, wie sich seine Mannschaft präsentierte. "Sie pressen seit 20 Minuten!!!", mahnte er seine Spieler. Riehen gelangen im letzten Viertel kaum Punkte, doch es war zu erwarten, dass einer der Routiniers, entweder Saif Al-Rubai oder Phil von Rohr nochmals in Erscheinung treten würden. Im letzten Spiel war es Al-Rubai, in diesem von Rohr der mit zwei Dreiern und 2 Freiwürfen die Partie entschied. Warum der Point-Guard so frei offen gelassen wurde und dies nicht nur in der Schlussphase der Fall war, ist ein Rätsel. Liestal hat für die Aufholjagd viel Lob und Anerkennung verdient, doch die Aussenpositionen wurden über das ganze Spiel hinweg schwach verteidigt. In der Schlussphase hätte man es Riehen defensiv schwieriger machen müssen. Marko Simic forderte dies explizit im Tiemout. Liestal muss künftig auch unter den Brettern offensiv zu alter Stärke zurückfinden. Gäste-Center Michael Frei hatte einen eher ruhigen Abend verbracht und sagte nach dem Spiel "Es war heute unter dem Korb gar nicht so viel los." Die Niederlage bietet allerdings auch Gelegenheit Dinge zu verbessern.
Es ist damit zu rechnen, dass im nächsten Spiel eine klare Reaktion der Liestaler erfolgen wird.      

Liestal Basket 44 - CVJM Riehen Basket 53:67 (37:27)
(14:25, 13:12,10:17, 16:13)
10.01.18. Liestal, Frenkenbündten
Liestal: Mangold (14), Kaltofen (9), Garrett (8), Hirt (7), Wolf (4), Tschopp (4), J.Dietrich (2), Halili (2), Maggi (2), M.Dietrich (1) , Cadosch, Ponxha. 

Rate this item
(0 votes)
Go to top